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Neubacher Elisabeth

Neubacher Elisabeth
10Okt2021

Arthur Schnitzler: Das Schicksal des Freiherrn von Leisenbohg

 

Arthur Schnitzler, geboren am 15. Mai 1862 und gestorben am 21. Oktober 1931 im Alter von 69 Jahren an einer Hirnblutung  gilt als einer der einflussreichsten deutschsprachigen Autoren des frühen 20. Jahrhunderts.

Er, selbst Arzt, wird häufig als literarisches Pendant Sigmund Freuds bezeichnet.

Vor allem seine Dramen, in denen er mit großer Sensibilität die psychische Befindlichkeit seiner Figuren porträtiert und damit indirekt den Blick auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen lenkt, trugen zu seiner Berühmtheit bei.  Zu den bekanntesten seiner Bühnenstücke, die auch heute noch häufig auf europäischen Bühnen aufgeführt werden, gehören »Liebelei« (1895), »Reigen« (1896/97) und »Professor Bernhardi«

Aber auch seine Novellen (z. B. ›Leutnant Gustl‹, ›Fräulein Else‹, ›Traumnovelle‹ und ›Spiel im Morgengrauen‹) erweisen sich als zeitlos und bis heute als hochaktuell.

Seine Theaterstücke und Erzählungen, die sich stets um die Themen Ehre, Schuld, Liebe, Traum und Tod drehen, wurden in viele Sprachen übersetzt, dienten als Vorlage für zahlreiche Verfilmungen  und gaben immer wieder Anlass für öffentliche Debatten und Skandale.

In zwei Folgen erzählt euch Helga Gutwald eine eher unbekannte Novelle aus seinem Werk

26Sep2021

Neue Staffel: Perlen der Erzählkunst

Zu Beginn der neuen Staffel ihrer Sendereihe liest Helga Gutwald noch einmal Peter Rosegger. Dieses Mal handelt es sich um eine vergnügliche Liebesgeschichte des steirischen Schriftstellers, der sich vom Bauernbuben und Schneiderlehrling zu einem international bekannten Autor entwickelt hat.

Die Erzählung "Sie kratzt nimmer" hört ihr am Mittwoch, den 6. Oktober um 20:30.

02Jun2021

Peter Rosegger

Ein kleiner, schmächtiger Junge aus dem Steirischen Alpl auf dem Weg zum Superstar. Geboren im Jahr 1843, in einer rauen, tief bäuerlich geprägten Landschaft. Wer hier zur Welt kommt, wird Bauer, Knecht oder geht als Arbeiter in die nahe gelegenen Industriegebiete des oberen Mürztals.

Peter Rosegger aber wird Schriftsteller.

Mit über 15 Millionen verkauften Büchern und Übersetzungen in 28 Sprachen ist Rosegger einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit.

In ihrer letzten Sendung vor der langen Sommerpause präsentiert euch Helga Gutwald die Geschichte eines gewitzten Bauern aus dem fiktiven Städtchen Abelsberg, in der gewisse Parallelen zu heute durchaus erkennbar sind.

Für die lange Sommerpause gibt es hier alle Folgen der Sendereihe zum Nachhören.

18Apr2021

Christine Lavant: Das Wechselbälgchen

Die 1915 in St. Stefan im Lavanttal/Kärnten geborene Christine Lavant (gest. 1973) beleuchtet in Gedichten und Prosa stets die Schattenseiten irdischer Existenz.

Von frühester Kindheit an hat sie die christlichen Lehren in der engen Dorfgemeinschaft kennengelernt und erlebt. Erstarrte religiöse Formeln - mal Trost verheißend mal drohend,  Heiligen-, Geister- und Teufelsgeschichten, mechanisierte Riten mussten vollzogen werden, um gegen Krankheit zu helfen oder vor dem Bösen zu bewahren.

Das ist auch die Welt, in der Christine Lavants Erzählung spielt.

Erst 1998 wurde sie posthum veröffentlicht.

Genau, sensibel, mitunter auch ironisch formuliert sie, ohne jemals irgendeine der Figuren zu denunzieren, kennt sie doch deren Sprache mit ihrer eigentümlichen Idiomatik bis in die alltäglichsten, scheinbar selbstverständlichsten Wendungen.

Mit großer Eindringlichkeit beschreibt sie die Ausgrenzung einer Schwachen aus der dörflichen Gemeinschaft.

Die Geschichte vom „Wechselbälgchen“, das den Namen Zitha trägt (eine Anspielung auf Zita vonBourbon-Parma) wird am Ende zur ergreifenden Moritat, die einen so schnell nicht mehr loslässt.

Die drei Teile hören Sie am 21.04., 05.05. und am 19.05.2021.

Die Erzählung Wolfgang Borchert: Schyschyphusch oder Der Kellner meines Onkels gibt es hier zum Nachhören:

07Apr2021

Wolfgang Borchert: Schyschyphusch oder Der Kellner meines Onkels

Ein weiteres Mal präsentiert Helga Gutwald in ihrer Sendereihe eine Erzählung von Wolfgang Borchert.

Vom Kriegsgeschehen schwer krank und seelisch zutiefst erschüttert kehrt er nach 3 Jahren Kriegsdienst 1945 nach Hamburg zurück. 2 Jahre später stirbt er 26jährig an den Folgen einer Lebererkrankung.

Die Kurzgeschichte ist ein ungewöhnlich humorvoller Text Wolfgang Borcherts und gehört zu seinen bekanntesten Werken.

Der Titel nimmt Bezug auf die griechische Mythengestalt Sisyphus, der dazu verdammt ist, stets aufs Neue einen Felsbrocken auf einen Berg der Unterwelt hinauf zu schleppen, der jedes Mal am Ende wieder hinab rollt.

Für den Kellner ist es der „Stein der Sprache“, an den er gebunden ist und den er ein Leben lang nicht zu bewältigen vermag.

Die zweite Hauptfigur geht auf Borcherts realen Onkel Hans Salchow zurück, welcher trotz schwerer Verwundung mit ungebrochenem Lebensmut aus dem Krieg zurück kehrte und von seinem Neffen grenzenlos verehrt wurde.

Derselbe Sprachfehler, ein feuchtwässriges „sch“, bringt zwei Menschen zusammen, die einander so verschieden sind, wie ein „Karrengaul vom Zeppelin“ ….

 

24Mär2021

Hamed Abboud: Zwei Erzählungen

Den in Wien lebenden, 1987 geborenen, syrischen Schriftsteller hier ausführlich vorstellen zu müssen hieße wahrscheinlich Eulen nach Athen tragen.
Mehrmals hat Helga Gutwald in ihrer Lyrik-Sendereihe schon Texte von ihm präsentiert. Gemeinsame Lesungen führten die beiden unter anderem ins Theater Phoenix und zu den Literarischen Nahversorgern nach Schlierbach.
Zwei Mal war er auch im Theater Kirchdorf zu Gast, zuletzt am 03.März 2020. Da konnte gerade noch vor dem ersten langen Lockdown sein zweites Buch „In meinem Bart versteckte Geschichten“ vorgestellt werden.
In der Zwischenzeit war er nicht untätig, und so sind diesmal zwei seiner neuen Erzählungen hier zu hören.

24Feb2021

Hermann Broch: Die Erzählung der Magd Zerline

Hermann Broch, 1886 in Wien geboren, leitete zwanzig Jahre lang die Textilfabrik seiner Familie, bevor er 1927 begann, als Schriftsteller zu arbeiten. Seine Romane "Der Tod des Vergils" und "Die Schlafwandler" machten ihn zu einem der bedeutendsten Autoren Mitteleuropas. Nach Österreichs "Anschluss" an das Deutsche Reich 1938 musste er als Jude in die USA fliehen. Er lebte in New York, in Princeton und New Haven. Hermann Broch starb 1951.

»Die Erzählung der Magd Zerline« ist ein Kapitel aus seinem letzten, 1950 erschienen, Roman »Die Schuldlosen«, einem Gesellschaftsporträt aus der Weimarer Republik.

Doch die Erzählung ist aus sich heraus eigenständig und verständlich.

Zerline enthüllt eine abgründige Familien- und dabei auch ihre eigene Seelengeschichte. Es ist eine intime Lebens- und Liebesbeichte, die Sehnsüchte, Kränkungen und Rachegefühle offenlegt und nicht zuletzt einen handfesten Kriminalfall schildert, in den alle handelnden Personen verwickelt sind und von dem hier nur so viel gesagt werden soll, als dass am Ende ein großer Verzicht steht.

Teil 1 hören Sie am 24. Februar, Teil 2 am 10. März

 

Die Pratergeschichten von Felix Salten gibt es hier zum Nachhören:

10Feb2021

Felix Salten: Pratergeschichten

Felix Salten (1869–1945) war einer der führenden Feuilletonisten seiner Zeit , einflussreicher Journalist, mächtiger Kulturkritiker, experimentierfreudiger Theatergründer, engagierter Repräsentant des Judentums, umstrittener Literaturfunktionär und Mitstreiter des literarischen Netzwerks Jung-Wien um Hugo von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler, ein bedeutender Protagonist des kulturellen Lebens der Wiener Moderne.

Zu alldem verfasste er zahlreiche Romane, Novellensammlungen, Theaterstücke und Drehbücher für Filme. Fast alles davon ist in Vergessenheit geraten, nur zwei Bücher haben überdauert und sind heute noch bekannt. Diese beiden Werke könnten aber gegensätzlicher nicht sein, ihre Protagonisten sind nämlich das niedliche Reh Bambi und die derbe Wiener Prostituierte Josefine Mutzenbacher. Wobei Saltens Autorenschaft des letzteren Werkes nicht eindeutig bewiesen werden kann.

Wie es 1911 zu Saltens Text über den Wurstelprater gekommen ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Im Grunde handelt es sich um 24 in sich geschlossene, feuilletonistische Skizzen von unterschiedlicher Länge.

Helga Gutwald bringt Auszüge aus diesen pointierten, zum Teil melancholischen, aber auch sarkastischen Studien zu Gehör.

Zu hören am 10. Februar 2021

07Jan2021

Brief an einen Ausgelieferten

Antoine de Saint Éxupery

Brief an einen Ausgelieferten – Bekenntnis einer Freundschaft. Am 13. u. 27. Jänner 2021

Das Jahr 2021 eröffnet Helga Gutwald mit einem Text, den sie bereits in ihrer

Lyrik-Sendereihe präsentiert hat und der zu ihrem „Lebenstext“ geworden ist:

Es ist der bewegende, fiktive literarische Brief, den Antoine de Saint-Exupéry 1941 aus seinem amerikanischen Exil an seinen jüdischen Freund Léon Werth geschrieben hat.

Ein Text, hochpoetisch, essayistisch und politisch gleichermaßen und würdig, ein neues Erzähljahr zu beginnen.

Antoine de Saint-Exupéry, Jahrgang 1900, ist als Schriftsteller und Pilot bekannt geworden. Neben „Wind, Sand und Sterne“, „Südkurier“,  „Die Stadt in der Wüste", „Nachtflug“ hat vor allem "Der kleine Prinz" seinen literarischen Ruhm begründet.

In einem seiner Werke schreibt der leidenschaftliche Flieger:

 „Man ersehnt die Landung auf der Erde wie ein Paradies, und man sucht seine Wahrheit in den Sternen.“

Einer dieser Sterne, nämlich der Asteroid 2578 trägt seit 1975 seinen Namen.

30Dez2020

Rainer Maria Rilke: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke

1899, angeregt durch eine familiäre Überlieferung, schreibt Rilke im Alter von 24 Jahren diese Erzählung, die er bis zur Erstveröffentlichung 1904 mehrmals umarbeitet.

1912 wird der kleine Band die erste Nummer der bis heute erfolgreichen Insel-Bücherei. Die erste Auflage war rasch vergriffen, in schnellem Rhythmus folgten immer neue, der Cornet avancierte zum Kultbuch mit Millionenauflage und  legte den Grundstein für den Erfolg des Autors und der unverwechselbaren Buchreihe.

Die Erzählung vom jungen Fahnenträger, der mit großen Augen durch die Schrecknisse eines universellen Krieges taumelt, die erste körperliche Liebe erlebt und einen heroischen, gleichwohl sinnlosen Tod stirbt, hat bis heute nichts von ihrer Sprachschönheit und Gültigkeit verloren.

Die Erzählung Die drei dunklen Könige von Wolfgang Borchert gibt es hier zum Nachhören:

 

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